Aiwanger

3 Fragen an Hubert Aiwanger

Dezember 2023
Hubert Aiwanger

1. 2015 wurde es zum Unwort des Jahres erklärt und nicht nur der Mittelstand klagt über zu wenig Dampf bei seiner Bekämpfung: Der Fachkräftemangel belastet Unternehmen enorm. Wie plant die Landesregierung, den Fachkräftemangel in Bayern anzugehen und die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte für Firmen sicherzustellen?

Der Fachkräftemangel darf nicht zur Wachstumsbremse für die Unternehmen in Bayern werden. Denn nur qualifizierte Fachkräfte sichern Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum, Beschäftigung, Wohlstand und Lebensqualität im Freistaat. Die Sicherung von Fachkräften ist eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Wirtschaftsorganisationen und Unternehmen, die nur Hand in Hand gelingen kann. Neben der Beschleunigung und Entbürokratisierung der Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland setzt die Bayerische Staatsregierung auf die Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte von heute und morgen. So wollen wir mit der Initiative „Fachkräftesicherung FKS+“ vor allem ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Langzeitarbeitslose oder Menschen mit Behinderung wieder in den Arbeitsmarkt integrieren, um ihre Qualifikationen zu nutzen. Bei der Berufsausbildung junger Menschen haben wir in diesem Jahr große Erfolge erzielt. So haben wir erstmals den Tag des Handwerks an bayerischen Schulen eingeführt, an dem Schülerinnen und Schüler Berufe ausprobieren können. Mit dem Meisterpreis, dem Aufstiegs-BAföG und der Erhöhung des Meisterbonus auf 3.000 Euro wollen wir gezielt Anreize zur Weiterbildung setzen. Gemeinsam mit den Partnern der „Allianz für starke Berufsbildung in Bayern“ organisiert das Wirtschaftsministerium die bayernweite Woche der Aus- und Weiterbildung, um über die Vielfalt und Attraktivität einer Aus- und Weiterbildung in Pflege, Handwerk, Dienstleistung, Gastronomie oder Hotellerie zu informieren.
2. Als Wirtschaftsminister sind Sie unter anderem für die Förderung der bayerischen Wirtschaft verantwortlich. Mit welchen Maßnahmen und Anreizen planen Sie Selbstständige in Bayern zu unterstützen?

Die Zukunft der Selbstständigen liegt uns am Herzen. Unternehmertum und Selbstständigkeit sind wichtige Pfeiler der bayerischen Wirtschaft und damit Grundlage für Wohlstand und Erfolg des Freistaats. Die aktuellen Herausforderungen stellen eine enorme Belastungsprobe dar: Ich nenne hier nur die hohen Energie- und Rohstoffpreise, die bürokratischen Hürden und die Schwierigkeiten, gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Die Bayerische Staatsregierung sieht nicht tatenlos zu, sondern unterstützt mit sogenannten Härtefallhilfen für Unternehmen, Investitionen in die berufliche Bildung und dem Abbau überflüssiger Bürokratie. Bei vielen Hürden, mit denen Selbstständige derzeit zu kämpfen haben, ist aber vor allem die Bundesregierung gefordert, um Unternehmertum und Selbstständigkeit zu stärken. Mit Bürokratieabbau, flexibleren Arbeitszeiten und einer Unternehmenssteuerreform könnte die Bundesregierung schnell für bessere Rahmen- und Standortbedingungen sorgen.

3. Sie setzen sich für nachhaltigere und umweltfreundlichere Energieversorgung in Bayern ein. Welche konkreten Tipps geben Sie Unternehmen an die Hand, um ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren und sich für die Zukunft klimaneutral aufzustellen?

Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) ist sehr zurückhaltend, wenn es darum geht, Unternehmen konkrete Tipps zur Verbesserung der Energieeffizienz zu geben, da die betroffenen Firmen selbst viel besser einschätzen können, was für den eigenen Betrieb sinnvoll ist. Das StMWi unterstützt Unternehmen jedoch bei der Verbesserung der Energieeffizienz und der Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energieträger, unter anderem durch die Förderung von betrieblichen Energiekonzepten (Förderprogramm „Energiekonzepte“), durch entsprechende Finanzierungshilfen der LfA Förderbank Bayern oder durch die Unterstützung im Rahmen von Bayerischen Energie-Effizienz-Netzwerk-Initiativen (BEEN-i), in denen Unternehmen voneinander lernen und Synergievorteile nutzen können.